Thorsten, Taddäus und Timmy Turky

06März2019

Nach einem entspannten Bummeltag mit wohltuendem Kaffee im schönen Noosa und einem Spaziergang im Noosa Nationalpark (bei dem wir uns ganz bestimmt nicht verlaufen haben), ging es wieder zurück in den Süden zur Gold Coast herunter, einer Stadt südlich von Brisbane. Gigantische Wolkenkratzer überragen hier kilometerlange Strände - ein eindrucksvolles Bild. Nach einer Nacht im Stadtteil Burleigh Heads und einer langen Strandwanderung ging es für uns zu den Springbroke Falls, einem wunderschönen Nationalpark mit riesigen Wasserfällen und Aussichtspunkten. Eine kleine enge Straße, teilweise nur einseitig befahrbar, unterbrochen durch Holzbrücken, die über Schluchten ragten, führte hoch zum Springbroke Mountain. Wir froren dort oben regelrecht bei 18 Grad.

 

Wieder im warmen Tal angekommen verbrachten wir die Nacht auf einem Campingplatz in der Nähe und machten uns am nächsten morgen auf den Weg zur Tropical Fruit World, einer Frucht Farm, die Obst aus der ganzen Welt anbaut. Inzwischen befinden wir uns in New South Wales. Da die Uhr in Queensland nicht auf Sommerzeit umgestellt wird, in New South Wales aber schon, sind wir nun 10 Stunden vor euch statt 9. Die Farm Führung begann mit einer Obst Verkostung von Jak-Frucht bis zur Drachenfrucht. Weiter ging es mit einem kleinen Traktorzug, umzingelt von lauthals gackernden asiatischen Touristen durch die Obst Plantagen zu einem kleinen Streichelzoo. Während wir uns riesig darüber freuten, Kängurus streicheln und füttern zu dürfen, empfanden die Asiaten viel Begeisterung für die gegenüber platzierten Gänse und Kühe. Schon spannend! 

 

Wir fuhren weiter in den Surferort Byron Bay, einer kleinen Stadt die vor Leben und Trubel nur so sprüht. Dort trafen wir auch einen Freund von Tom wieder, Ant, der uns vor seiner Wohnung parken/campen ließ und uns mit kostenfreien Drinks und einem Badezimmer am Morgen rege zur Seite stand. Nach einem kurzen Bummelausflug durch Byron fuhren wir weiter nach Nimbin, einem Hippie-Dorf im Landesinneren. Das grüne Kraut wurde hier buchstäblich groß geschrieben: siehe Foto. Inmitten bunter Läden und Häuser mit Klamotten in Regenbogenfarben saßen Althippies mit Rastazöpfen, auf der Suche nach Kundschaft. Hier lernten wir so einige Deutsche kennen, alle gleichermaßen fasziniert von der Verrücktheit des Dorfes und ein bisschen traurig über die heruntergekommenen, von der Sucht durchfressenen Bewohner Nimbins waren, die teilweise kaum einen Muskel still halten konnten. Wir blieben eine Nacht dort und machten uns am nächsten Morgen auf nach Yamba, einem wunderschönen Küstenort, in dem wir einfach einen entspannten Tag am Meer verbrachten. Abends kamen wir mit ein paar Australiern ins Gespräch, in deren Hinterhof wir parken durften, versorgt mit allerhand Essen und Trinken. Die Herrschaften selbst kamen nämlich von der Gold Coast und hatten sich in Yamba in einem riesigen Ferienhaus für ein Urlaubswochenende eingemietet. 

 

Am kommenden morgen fuhren wir weiter nach Angourie, einem weiteren schönen Küstenort, wo wir uns an den Blue Pools erfolgreich im Klippenspringen versuchten. (Und ja, wir haben es tatsächlich geschafft bis zu diesem Punkt (siehe Bild) heraufzuklettern, auch wenn es mehrere Anläufe brauchte. Die darauffolgende Nacht verbrachten wir auf einem Berg in der Nähe von Coffs Harbour, ganz alleine auf einem Parkplatz mit Heuschrecken und spinnen als Gesellschaft im dazugehörigen Toilettenhäuschen und abertausenden von hellleuchtenden Sternen über uns. Das Wetter ist übrigens noch immer sehr durchwachsen. Prasselnde Schauer jagen heiße Sonnenstunden, in denen wir uns unerwartet verbrennen. 

Nach einer Begegnung mit drei Truthähnen (diese wilden Truthähne sind hier einfach überall!) auf unserem Parkplatz, wir nennen sie Thorsten, Taddäus und Timmy Turky, sind wir heute weiter in den Dorrigal National Park gefahren, um dort von Wasserfall zu Wasserfall durch den tropischen Regenwald zu wandern.